Ein GPS-Gerät, das richtige Schuhwerk und gute Laune bei jedem Wetter, das sind die Erfolgsfaktoren für die wohl modernste Form der Schnitzeljagd. Geocaching ist einer der erfolgreichsten Zuwächse im Outdoor-Bereich und begeistert bereits seit vielen Jahren Jung und Alt.
Dabei ist diese Hightech-Schatzsuche keineswegs schwer zu erlernen. Es bedarf lediglich Grundkenntnissen der Orientierung mittels eines GPS-Gerätes und einer tüchtigen Internetcommunity, die potenzielle Schätze, die sogenannten Caches, im Gelände versteckt. Die Koordinaten finden sich in zahlreichen Foren im Internet. Dabei wirken die Geocacher aufgrund einer ganz eigenen Sprache wie eine eingeschworene Gemeinschaft. Doch mit ein bisschen Vorbereitung in puncto Vokabular – ein Beispiel: Ein Geomuggle ist ein Nicht-Suchender – ist auch dieses Hindernis leicht zu überwinden.
Generell kann bei Geocaching in vier große Kategorien unterteilt werden, deren Grenzen selbstredend fließend sind. Der ambitionierte Schatzsucher trennt dabei den Traditional Cache, dessen Koordinaten direkt veröffentlicht werden, den Multi-Cache, der nur über mehrere Stationen erreicht werden kann, den Mystery-Cache, der mit Hilfe diverser Rätsel gefunden werden kann und den Event-Cache, dessen Suche zumeist an einem bestimmten Zeitpunkt beginnt. Bei der letzten Kategorie ist es üblich, dass viele Cacher zusammenkommen. Hier können sich also Gleichgesinnte austauschen und in realen Communities vereinen. Der Spaß ist dabei bei allen Kategorien garantiert.
Sollte mal ein Cache verschwunden oder auch verschmutzt sein, so wird das schnell durch einen Finder oder den Ersteller des Caches selbst bereinigt. Das ist eine der Regeln des Geocachings. Weitere sind unter anderem das Respektieren der Natur (auch beim Verstecken) oder auch das Stillschweigen über die Lage der Caches, denn schließlich sollen die nächsten Besucher der Dose auch Spaß an der Suche haben. Weiterhin sollten die Schatzsucher darauf achten, dass Geomuggles von dem Versteck nichts mitbekommen, da es in der Vergangenheit schon zu Beschädigungen durch Nicht-Eingeweihte kam.
Geocaching ist ein wirklich lohnenswerter Outdoor-Trend und ideal, um gerade die jüngeren Generationen wieder mehr in die Natur zu locken. Wer träumte als Kind nicht davon, vergrabene Schätze
zu finden oder mysteriöse Rätsel nach Vorbild des Indiana Jones zu lösen. Ein GPS-Gerät und viele Freunde des Versteckens machen dies inzwischen möglich und vor allem unterhaltsam. Und das Erfolgserlebnis kommt von ganz allein. Der Glücksmoment, einen gut versteckten Cache zu finden, ist Aktivwellness pur. Dabei steht auch die Betätigung in der Natur im Vordergrund. Viele Caches beinhalten eine Reise durch besonders schöne Ecken und bieten neben dem Nervenkitzel auch wunderbare Eindrücke. Und für Schatzsucher, die etwas mehr brauchen, gibt es die sogenannten T5-Caches, die auch Kletter- oder Tauchgänge beinhalten können oder durch verlassene Gebäude und Ruinen führen. Die dabei anfallenden Risiken muss allerdings jeder für sich selbst verantworten und es sollte sich vorher informiert werden, ob das Gelände auch wirklich betreten werden darf.
Eine moderne Beschäftigung im Freien also, die keinesfalls einen dicken Geldbeutel verlangt. Die Preise für GPS-Geräte sind in den letzten Jahren stark gesunken und einige benutzen Navigationsgeräte auch schon im Auto. Weiterhin bieten modernere Handys, Smartphones oder iPhones auch immer die Möglichkeit, eine Navigationssoftware zu nutzen. Mehr braucht es nicht, um die Schnitzeljagd im Freien zu beginnen.
Autor: Andy Dietrich
Fotos: www.geocaching.de
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